Folgende zeitliche Aufstellung soll eine Hilfe zum besseren verstehen der Lebensgeschichte des Seligen Engelmar incl. der Verbindungen zum Kloster Windberg sein:
Datum/Zeitangabe | Ereignis |
ab 1071 | Vertreibung der Christen aus Armenien durch die Seldschuken, danach gründete der vertriebene armenische Erzbischof Gregorius in der Gegend von Passau eine Eremitenkolonie |
23.9.1093 | Tod des Bischofs Gregorius von Armenien, begraben im Kloster Niedernburg – Heilig Kreuz – in Passau |
nach 1093/94 | Engelmar verläßt die Passauer Gegend und errichtet auf dem Gebiet des Grafen Albert I. von Windberg in der Einsamkeit der Gegend eine Klause |
1100 | Todesjahr des Seligen Engelmar (14.1.) |
1100 | Um Pfingsten Auffindung des Leichnams durch Ruodbertus, ein Weltpriester und vermutlich Kleriker am Schloß des Grafen Albert I. von Windberg |
1104 | Gründung des Klosters Oberalteich |
kurz nach 1125 | Probst Ruodbertus von Windberg ließ für den Leichnam des Seligen Engelmar eine aus Stein gebaute Ruhestätte errichten |
1130 | Bau der ersten Steinernen Kirche über dem Grab des Seligen Engelmar |
18.5.1131 | Weihe der Kirche durch Bischof Kuno I. von Regensburg (1126 – 1132) |
21./22.5.1142 | Gründung des Klosters Windberg - die Kirche mit drei Altären wurde vom Olmützer Bischof Heinrich Zdik eingeweiht |
1146 | Propst Gebhard von Bedburg wurde vom Regensburger Bischof zum Abt von Windberg geweiht |
23. 12. 1146 | Bestätigung der Klosterstiftung von Windberg (von Graf Adalbert I. von Bogen) durch Papst Eugen III. (die Ortschaft Englmar war darin noch nicht enthalten) |
1146 – 1167 | Erste Beschreibung des Lebens des Seligen Engelmar durch den Windberger Prämonstratensermönch Petrus (Vita Engelmari) |
29.11.1167 | Vollendung und Einweihung der Klosterkirche Windberg |
1150 | Kolmberg erscheint urkundlich als Besitz des Bogen`schen Dienstmannes Rudolf von Menach |
30.4.1183 | Englmar ist erstmals in einer Konfirmationsbulle des Papstes Lucius III. als zu Windberg gehörig vermerkt |
1188 | Engelmar soll selig gesprochen worden sein - die Jahreszahl ist aber nirgends verbürgt! |
18.2.1255 | Englmar wird Filiale von Windberg |
17.5.1296 | Englmar wird eigene Pfarrei - eine inkorporierte Pfarrei des Klosters Windberg |
1.11.1434 | Vorläuferin der jetzigen Leonhardikapelle fertiggestellt |
um 1480 | Bau der jetzigen Kapelle St. Leonhard |
1510 | Spätgotisches Holzrelief "Ermordung des Seligen Engelmar" in der Pfarrkirche am rechten Seitenaltar oben (wohl vom Spätgotischen Hochaltar) |
1541 | Federzeichnung von der Ermordung des Seligen Engelmar in einem Stiftbuch des Klosters Windberg |
1590 | Erste aufgezeichnete Votivgabe (St. Bernhardkapelle) |
1606 | Erste Kirche weicht einem Neubau |
1624 | Erste Votivgabe an den Seligen Engelmar |
1615 – 1627 | „Bavaria Sancta“ (Heiliges Bayern) von Matthäus Rader enthält einen Kupferstich von der Ermordung des Seligen Engelmar, der Joseph Anton Zimmermann als Vorbild gedient haben mochte. |
1652 – 1656 | Neubau der jetzigen Pfarrkirche unter Verwendung alter Bauteile von Abt Michael Fuchs (Umfassungsmauer des gotischen Chores) |
Anfang 17. Jh. | Undatiertes Reliquienverzeichnis des seligen Engelmar mit 22 Teilen |
1622 | Erste Aufzeichnungen der Wallfahrt in den Mirakelbüchern I und II |
1622 | Erste Erwähnung eines Steines, auf dem Engelmar geruht haben soll |
1622 | Chronikalische Notiz vom „Sühnekreuz“ des Steffan Fraß im M I (erste Nachforschungen über diesen sonderbaren Gedenkstein) |
1622 - 1629 | Erster Höhepunkt der Wallfahrt zu Beginn des 30- jährigen Krieges |
4.9.1635 | Brief von Abt Michael Fuchs mit Notiz der 1634 von den Schweden niedergebrannten Kirche und Pfarrdorf |
1640 | Spätrenaissance-Altar aus der Leonhardikapelle (heute Hochaltar der Pfarrkirche) |
1656 | Kanzel |
ca.1650 - 1700 | Sechs Ölgemälde mit Darstellungen der Engelmar-Legende, 1836 und 2016 renoviert |
1660 | Früheres Altarblatt: Engelmars Ermordung (jetzt in der Leonhardikapelle) |
1672 - 1696 | Neues Aufleben der Wallfahrt |
1682 | Abschrift der ersten Urkunde von Engelmar, erstmals veröffentlicht in den „Monumenta Boica“ von 1784, später in den „Acta Sanctorum“ neu abgedruckt |
1700 | Früheres Altarblatt: Allerseelenbild, u. a. mit dem Seligen Engelmar und dem Heiligen Norbert (von Xanten) - jetzt in der Seelenkapelle |
1757 | Kupferstich: Die Ermordung des Seligen Engelmar von Joseph Anton Zimmermann in „Churbayerisch-Geistlicher Calender“ (Joseph Anton Zimmermann 1705 in Augsburg geboren, Zeichner und Kupferstecher, |
1700 - 1735 | Hochbarockfigur des Seligen Engelmar in der Glorie |
nach 1715 | Spätblüte der Wallfahrt |
1717 | Zusammenstellung der 22 Reliquienteile in ein Reliquarium in den Hochaltar eingesetzt (in einem Schrein verwahrt) - Hochaltar (neuromanisch) mit in die Mittelnische eingebautem Glasschrein mit den Gebeinen des Seligen Engelmar - Barocksessel, auf dem das mit einem roten Samtmantel bekleidete Skelett des Seligen Engelmar sitzt |
1723 | Steinerner Engelmar auf einem Felsvorsprung des Kapellenberges (der Bildstock aus Granit ist wahrscheinlich entstanden durch die Gründung einer „Bruderschaft unsers am Heiligen Kreuze sterbenden Heilandes Jesu Christi und seiner schmerzhaften Mutter Maria zur Erlangung einer seligen Sterbstunde die in der Pfarrkirche zu St. Engelmar in Niederbayern im Jahre Christi 1723 eingeführt worden ist.“) |
1735 | Drei Deckengemälde im Langhaus der Pfarrkirche von einem ländlichen Maler ausgeführt |
1736 | Letzte eingetragene Votivgabe an den Seligen Engelmar |
1737 | Letzte Eintragungsfolge in die Mirakelbücher |
1735 - 1777 | Alter Pfarrhof unter Abt Bernhard Strelin erbaut |
1778 | Letzte Mirakelaufzeichnung |
1803 | Die Pfarrkirche wird als Klostergut säkularisiert |
um 1818/1820 | Eine hölzerne Kapelle - die Weiße Marter - wurde durch die Familie Edbauer, Kager errichtet. |
um 1820 | Gewandfigur des Seligen Engelmar (in der Weißen Marter) |
Juli 1840 | Pfarrkirche bekam einen neuen Tagstuhl - in den Mauern fand man ausgebrannte Balkentrümmer |
1840 | Pfarrer Michael Daller berichtet von wieder beliebter werdender Wallfahrt zum Seligen Engelmar |
1845 | Bruderschaftsbuch zur Erlangung einer seligen Sterbestunde |
1847 | Bruderschaftsbuch bestätigt Aufleben der Wallfahrt zum Seligen Engelmar |
10.3.1850 | Kirchenrechnung: Aufführung des Engelmarisuchens an Fronleichnam erstmals aufgeschrieben (das Engelmarisuchen gab es schon davor – es wurde jedoch nicht dokumentiert) |
1856/57 | Fiskus übernimmt nach 20-jährigen Streit die Baulast an der Pfarrkirche und Nebengebäuden |
1860 | Pfarrer Fuchs schreibt: Kirche muss vor einigen Jahrhunderten abgebrannt sein , weil man, als im Juli 1840 ein neuer Tagstuhl draufkam, in den Mauern ausgebrannte Balkentrümmer fand. |
1861 | Rechnung der Bruderschaft über Ausgaben für die Ausgestaltung des Festes (Bruderschaft war also Träger des Festes) |
1861 | Erste Erwähnung in der Literatur: Hoffmann`scher Reiseführer für den Bayerischen Wald |
1861 | „Vita Beati Engelmari“ in mustergültiger Editionsweise in den „Monumenta Germaniae Historica“ herausgegeben |
1863 | Errichtung des Kapellenberg-Kreuzweges |
1866 | Neubau einer Steinernen Kapelle (Weiße Marter) |
1886 | Kurze Brauchbeschreibung im Mayenbergschen Reiseführer |
1892 | Neubau des Kirchturmes |
1894 | Aufsatz von Ludwig Fränkel: Erste genaue Vorstellung vom Engelmarisuchen am Fronleichnamsfest (31.5.) |
letztes 1/3 19. JH | 15 Votivbilder in der Weißen Marter |
1900 | 800-Jahrfeier des Todes des Seligen Engelmar |
1901 | Erweiterung des Langhauses und Wiederaufbau des schadhaften Kirchturmes |
1904 | Kreuzweg von der Meinstorfer Kapelle zur Weißen Marter |
1905 | Kreuzweg von Klinglbach zur Kapelle St. Bernhard |
um 1900 | Hofer Kreuzweg - 1962 renoviert |
1906 | Pfarrer Weiß verlegte das Englmarisuchen von Fronleichnam auf Pfingstmontag |
1936 | Pfingstl und Pfingstltuscher erstmals durch Pfarrer Treiber mit in den Zug hineingenommen |
1939 | Einbau einer szenischen Darstellung durch Pfarrer Treiber |
1937/38 | Jetzige Ausstattung der Pfarrkirche von Pfarrer Treiber |
1936 – 1947 | Zugfolge durch Aufzeichnungen feststellbar |
1948 – 1961 | fehlen solche Skizzen |
1954 | fiel das Spiel wegen Regen aus (wegen neuer Engelmarifigur!) |
1953/55 | Kirchenbau in Rettenbach (St. Wolfgang, dem Bistumspatron geweiht) |
1958 | Gründung der Förderervereinigung Englmar |
1.6.1959 | Die Gemeinde Englmar erhält die Erlaubnis den Namenszusatz „Sankt“ zu führen (Bay. Staatsministerium des Innern; Dienstsiegel-Änderung: Im oberen Halbbogen „Bayern“ und im unteren „Gemeinde Sankt Englmar“ |
1962/63 | Renovierung der Pfarrkirche innen/außen (u. a. neue Bänke) durch Pfarrer Wilhelm Bunz (76.359 DM) |
1961/62 | Neubau, Fertigstellung und Einweihung der Weißen Marter |
1962 | Endgültige Fertigstellung der Legendentafeln in der Pfarrkirche |
1963 | Kurze Fernsehaufzeichnung |
1964 | Altar für die Meßfeier am Pfingstmontag aus Bruchsteinen von der Förderervereinigung erbaut |
1965 | Neubau der Marienkapelle (Liebfrauen-Kapelle) |
1969 | Neue Gewänder (alte/historische Gewänder) für Englmarisuchen-Darsteller im Stile des 12. Jh. von Kunstmaler Franz Högner aus Landshut entworfen |
1970 | Waldvater Engelmar in Stein am Brunnen vor dem Kirchhof |
1972 | Diebstahl von 10 Votivbildern und 2 Legendentafeln aus der Kapelle zur Weißen Marter |
1972 | Die Originalfassung der Holzplastik St. Leonhard (spätgotisch um 1480, Höhe ca. 110 cm) wurde durch Erwin G. Brandl, Restaurator und Kirchenmalermeister in Regensburg freigelegt - Re. vom 30.3.1972 über 700 DM |
1973/74 | Kirchendacherneuerung und Holzwurmbekämpfung innen |
1975 | 125-Jahrfeier des Englmarisuchens mit Fernsehsendung (kurz) |
2000 | 900-Jahrfeier des Todes des Seligen Engelmar mit Pfarrer Berthold Heller |
2025 | 925-Jahrfeier des Todes des seligen Engelmar mit Pater Simeon Rupprecht |